Draußen weht es…

draußen 2

Das zweite Thema des … ist für mich besonders spannend, da ich schon für verschiedenste Projekte desöfteren vor der Frage stand, welche Bilder ich aus dem Internet, unter welchen Bedingungen verwenden darf. Die Creative Commons waren mir auf manchen Seiten wie Flickr schon nebenbei begegnet, aber über die Ausmaße der Verbreitung war ich mir vorher bei weitem nicht im Klaren gewesen.

Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit- Organisation und bietet sechs vorgefertigte Lizenzverträge an, mit denen ein Autor der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an seinem Werk einräumen kann. Dabei kommen zu den sowieso geltenden Urhebergesetzen zusätzliche Freiheiten hinzu. So wird die Namensnennung durch das Kürzel CC(BY) gefordert. Dieses kann mit der Forderung nach Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC (BY-SA) und der Forderung nach keiner weiteren Bearbeitung CC(BY-ND) ausgebaut werden. Diese Lizenztypen sind dann nochmal um das NC-Modul erweiterbar, welches eine kommerzielle Nutzung untersagt (Creative Commons.de, ¶1-4). Diese Lizenztypen können ganz einfach auf der Internetseite der Creative Commons ausgewählt werden und sind  dann auch von den verschiedenen Browsern und Suchmaschinen erkennbar. Es können sowohl Texte, Bilder, Musikstücke als auch Videoclips mit diesen Nutzungsrechten belegt werden. Das Teilen von Inhalten wurde somit massiv erleichtert, da es vorher nur möglich war, sich alle Rechte vorzubehalten oder komplett frei zu geben. Mit diesem System muss derjenige, der einen Inhalt veröffentlichen, vervielfältigen oder aufführen will ,nicht mehr die persönliche Zustimmung des Inhabers einholen, was in den Weiten des anonymen Internets schwierig zu realisieren wäre (Ulbricht, 2012, S.29).

Die Frage, die mich nach der Lektüre der Beiträge zu den Creative Commons noch beschäftigt hat, ist die, was jetzt alles unter einer ‚kommerziellen Nutzung‘ verstanden wird. Ist die Veröffentlichung auf einem Blog schon kommerziell? Was ist wenn ich in einem halben Jahr anfange den Blog mit Werbung zu finanzieren? Wie ich dann in der Präsentation von Anja Lorenz  (http://de.slideshare.net/anjalorenz/crash-coursecc) lese, scheint dieses Thema sehr strittig zu sein und gehört zu den Fallstricken bei den NCs.

Google ich die Frage, ob Blogs im Allgemeinen kommerziell sind, kann ich erkennen, dass sich schon viele mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Auf dem KMU-Marketing-Blog ist zu lesen, dass ein nicht-kommerzieller Blog kein Recht auf Werbung hat. Also sobald ich mit meinem Blog Werbung mache werde ich kommerziell und dann ist die Art des einzelnen Beitrages nach Auskunft von Pixelio.de noch entscheidendRedaktionelle Inhalte müssen deutlich von werblichen/kommerziellen Inhalten getrennt sein, was nicht immer der Fall ist. Auch gibt es Blogs, die letzten Endes eine verkaufsunterstützende Maßnahme darstellen, um z.B. darüber indirekt/direkt auf ein kommerzielles Angebot/Online-Shop/Dienstleistung zu verweisen. In diesem Fall sollte man, Bilder mit einer kommerziellen Freigabe zu verwenden.

Auf dem Blog Sugar Ray Banister stoße ich auf den sehr informativen Artikel ‚Freies Wissen Dank Creative-Commons-Lizenzen‘. Kommerziell wird hier folgender Maßen definiert: „Jede Verwendung, die vorrangig auf einen geschäftlichen Vorteil oder eine Geldwerte Vergütung gerichtet ist. Bilder und Texte, die auf Firmenwebseiten oder in gedruckten Bücher veröffentlich werden, zählen demnach ganz klar zur kommerziellen Nutzung. Bei privaten Blogs ist die Bestimmung schwieriger. Es gibt Meinungen, dass Blogs, die mit ihren Einnahmen aus der Werbung nur ihre Kosten für das Hosting decken als nicht-kommerziell einzustufen sind. Allerdings ist es schwer abzugrenzen, ab wann die Werbeeinnahmen die Betriebskostenübersteigen. Aus diesem Grund wird auch hier abgeraten, die Inhalte zu übernehmen, wenn das NC-Modul mit in der Lizenz steht (Klimpel, 2012, S. 11). Da ich vorerst nicht vorhabe auf diesem Blog Werbung zu schalten, habe ich dennoch Bilder in meiner Bildgeschichte benutzt, die nicht kommerziell genutzt werden dürften. Sollte sich das irgendwann ändern, muss der Blogeintrag wohl nochmal verändert werden.

Interessanter Weise wird in diesem Artikel auch darauf hingewiesen, dass gerade Open-Source-Projekte wie unser MOOC oder auch Wikipedia unter verschärfter Beobachtung stehen, was das Urheberrecht angeht. Das führt dazu, dass gerade hier das NC-Modul vermieden wird, obwohl gerade bei diesen Projekten das offene Wissen und dessen freier Zugang im Fokus steht (Klimpel, 2012, S.16).

 

Quellen:

Ulbricht, C. (2012). Social Media und Recht-Praxiswissen für Unternehmen. Freiburg, München: Haufe Gruppe.

Klimpel, P. (2012). Freies Wissen Dank Creative-Commons-Lizenzen-Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung „nicht-kommerziell-NC“. Verfügbar unter: http://irights.info/userfiles/CC-NC_Leitfaden_web.pdf [28.11.2013].

Creative Commons.de (kein Jahr). Was ist CC? Verfügbar unter: http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/ [28.12.2013].

Bild 1: Winter Art – Art d’hiver  by Nicole (CC-BY-NC-SA)

Bild 2: Winterlandschaft  by Majo (CC-BY-NC-ND)

Bild 3: File:Mouse tracks in snow.jpg  by Jomegat (CC-BY-NC)

Bild 4: File:Knecht Ruprecht und das Christkind.jpg  by Cervus hu (keine rechtlichen Copyright-Bestimmungen)

Bild 5: File:Hemp-sack,asabukuro,japan.JPG  by Katorisi (CC-BY-SA)

Bild 6: Datei:Red Apple.jpg by Killiondude (CC-BY)

Bild 7: Full Pink Roses  by laylaflower (CC-BY-SA)

Bild 8: Pfefferkuchen, old german gingerbread with rye flour and honey  by (CC-BY-NC-ND)

Bild 9: File:Crying-girl.jpg by Evan-Amos (CC-BY-SA)

Bild 10: File:Rollingpin.jpg by Peter Kammer (CC-BY-SA)

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Ein Gedanke zu „Draußen weht es…

  1. Hallo (ich hole noch ein paar Sachen aus der Vergangenheit nach): zur korrekten Anwendung der CC-Lizenzen in den Bildern müsstest Du noch die Lizenz verlinken. Sonst ist die Reflexion durchaus richtig. Gerade zum letzten Absatz witzeln wir immer wieder: wenn wir noch einen Anwalt einstellen, der die Fehlverhalten abmahnt, haben wir ein tragfähiges Modell für MOOCs (aber das ist natürlich nicht ernst gemeint, aber eine traurig realistische theoretische Möglichkeit).

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