Google+ und der Klarnamen

Das Lesen Des Blogposts „und auf einmal darf ich nicht mehr mitspielen: Google+ sperrt meinen Account #fail“ von Anja Lorenz hat mich ehrlich gesagt schon sehr zum schmunzeln gebracht. Dabei ist es wahrscheinlich alles andere als lustig, sollte man selbst davon betroffen sein. Google+ entschied beim Profil von Anja Lorenz, dass ihr Name nicht den Namensrichtlinien entspricht und sperrte es somit vollständig. Ungläubig, wie ein so grober Schnitzer, einem so großem Unternehmen unterlaufen kann, lese ich, dass sogar nachdem mit Hilfe von Links auf andere Profile bewiesen wurde, dass ihr Name Freunden und Familie in dieser Form bekannt ist, Google+ nicht einlenkt hat. Erst der Scan eines Personalausweises bringt die ersehnte Freischaltung.

Gerade bei Facebook habe ich viele Freunde in meiner Freundesliste, welche ihre Namen durch Umdichtungen oder Weglassungen teils bis zur Unkenntlichkeit entstellt haben. Warum ist Facebook in Sachen Klarnamensnennung scheinbar toleranter als Google+? In der Wiener Zeitung (2013) erhalte ich einen Hinweis darauf, dass gerade Google sehr auf reale Namen achtet und versucht seine Nutzer dazu anzuregen ihre Zugänge zu schon bestehenden Diensten, wie Youtube, Gmail oder Gdrive über einen einziges Konto laufen zu lassen.

Bild

Google+ by Mausxwebmaster (CC-BY)

 

Ein bekannter Berater Googles, Vint Cerf, hält Klarnamen im Internet zwar für nützlich warnt aber gleichzeitig davor Nutzer sozialer Netzwerke zur Preisgabe ihres realen Namens zu zwingen. Spitznamen können bei Google+ zwar angegeben werden, aber angezeigt werden sie dann neben dem bürgerlichen Namen. Ungewöhnliche Namen sind nur möglich, wenn es eine bedeutende Anzahl von Followern gibt, die das Pseudonym kennen (Horizont, 2012).

Cerf warnt auch davor, dass in einigen Ländern verschärft Zensur im Web auftritt und die Verwendung von Klarnamen dazu genutzt wird politische Diskurse zu kontrollieren. In China zum Beispiel müssen sich Internetnutzer mit ihrem Klarnamen registrieren. Anonyme  Kommentare und Beschwerden sind so nicht mehr möglich. Alles natürlich nur um die nationale Sicherheit zu gewährleisten und persönliche Daten besser schützen zu können (Mitteldeutsche Zeitung, 2012).

So weit ist es in Deutschland natürlich noch nicht. Aber wenn schon ein so eindeutiger Klarname, wie der von Anja verdächtigt wird nicht der echte zu sein, wie sehen dann die Konsequenzen bei nicht eindeutigen Namen oder Pseudonymen aus? Wie schwierig wird es da sein Google+ zu überzeugen? Mal ganz abgesehen davon, was der Einzelne davon hat, dass seine Profile mit seinem wirklichen Namen verbunden sind. Bis auf ein einfacheres Auffinden im Web fällt mir da nichts ein. Aber will man denn immer so leicht von allen gefunden werden. Klappt es nicht bei Facebook bestens auch mit nicht eindeutigem Namen wirkliche Freunde und Bekannte um sich zu scharen? Die Vorteile für Google+ dagegen liegen auf der Hand. Personalisierte Werbung ist so natürlich um einiges leichter und spült noch mehr Geld in die Kassen.

Ein Gedanke zu „Google+ und der Klarnamen

  1. Nachdem diese Sperrungen jetzt einigen Personen passiert sind, ist der Verdacht, Google sammle damit Links zu anderen Profilen, gar nicht so abwegig. Allerdings bin ich da wohl eher „durchs Raster gefallen“, denn bei mir waren die meisten schon verlinkt. Ich nutze das ganze Social Media Zeug ja nicht zum Spaß 😉

Hinterlasse einen Kommentar