Keine Klausuren mehr ohne Präsenzveranstaltungen?

Die erste Aufgabe zum vierten Themenblock „E-Portfolios, Learning Analytics und Co.: Methoden zu Beobachtung und Analyse digital vernetzter Lernprozesse“ geht der Frage nach, wie die Bewertung aussehen würde, wenn es keine Präsenzveranstaltungen mehr geben würde. Es gab in meinem Studium bereits Vorlesungen, die nicht im Vorlesungssaal, sondern ein paar Kilometer weiter weg in den Wisconsin, USA gehalten wurden. Uns wurde dann die Aufzeichnung der Skype-Vorlesung zusammen mit der Präsentation im Opal (eine Lernplattform der TU Dresden) zur Verfügung gestellt. Am Ende wurde allerdings ganz normal am Semesterende eine Klausur über den Stoff geschrieben. Die Frage ist jetzt, wie das anders aussehen könnte.

Um  Leistungen im Internet bewerten zu können haben sich E-Portfolios und Learning Analytics  etabliert. In einem E-Portfolio kann man seinen Lernprozess digital dokumentieren, reflektieren und präsentieren. So können zum Beispiel Links zu besuchten Weiterbildungsverantstaltungen, Textdateien, Videos oder Referenten wie Zeugnisse und Bescheinigungen  in diesem Portfolio veröffentlicht (Schaffert, Hornung-Prähauser, Hilzensauer & Wieden-Bischof, 2007, S. 82) und von andern kommentiert sowie von einem selbst reflektiert werden. Ein Beispiel für eine Plattform, die die Erstellung und Verwaltung eines E-Portfolios ermöglicht ist z.B. Mahara.

Ich selber wurde im letzen Semester statt mit einer Klausur mit einem Portfolio geprüft. Darin enthalten waren Textvorstellungen, Präsentationen, Hausarbeiten und Gruppenarbeiten, die mit einzelnen Noten bewertet wurden und anschließend unterschiedlich gewichtet in die Jahresendnote eingingen. Letztendlich haben sich alle ihre gute alte Klausur zurück gewünscht, da es einen Haufen Mehrarbeit während des Semesters erforderte dieses Portfolio entsprechend zu bearbeiten. Im Prinzip könnte so aber auch das E-Portfolio aussehen. Es gibt mehrere verschiedene Aufgaben (Web-Präsentationen, Rechercheaufgaben, digitale Hausarbeiten oder auch digitale Ankreuztest oder kleiner Zwischenprüfungen), die alleine oder in Gruppenarbeit auf einer Plattform abgespeichert werden und dann vom Lehrer und Kommilitonen kommentiert und bewertet werden. Dafür müssen natürlich die Zugriffsrechte kontrollierbar sein. Möglicherweise wird so eine leistungsgerechtere Bewertung möglich, wenn die Endnote nicht nur von einer Einzelleistung abhängt.

Learning Analytics sind dann schließlich Anwendungen, die die verschiedenen Daten aufzeichnen, welche von z.b. Studierenden produziert wurden, und diese versuchen zu interpretieren. So soll der Lernfortschritt gemessen und potenzielle Problembereiche aufgedeckt werden. Learning Analytics werden also benutzt um Daten zu erheben, zu aggregieren, analysieren und auszuwerten (e-teaching, 2013). Solche Programme wie mixpanel können z.b. auch genutzt werden um bei der eigenen Webseite, die Wege der Besucher auf der Suche nach einer Information, die Benutzung eines bestimmten Features oder die Besucherzusammensetzung nach Ort zu ergründen. Das heißt also, dass es auch möglich wäre auf einer Lernplattform personengebunden nachzuprüfen, welche Links von wem wann in welcher Häufigkeit angeklickt wurden. Hier wäre es problematisch, wenn z.B. der Professor aus einer zu geringen Anzahl von Klicks auf verschiedene Lernressourcen annimmt, dass keine ausreichende Recherche stattgefunden hat, obwohl der Student vielleicht tagelang verschiedene Bücher oder Webseiten zu dem Thema gelesen hat. Allgemein blinkt bei den Begriffen „Daten“ und „aufzeichnen“ natürlich gleich wieder das innere ACHTUNG-Schild auf. Die Frage ist, welche Daten genau aufgezeichnet werden. Es ist fraglich, dass die Daten, die damit gesammelt werden auch wirklich nur den Lernfortschritt aufzeichnen und nicht Einblick in die Privatsphäre des Studenten geben. Die Auswertung und Interpretation der Daten stelle ich mir auch sehr schwierig vor. Bilden die Daten wirklich den Lernprozess vollständig ab und erlauben damit eine zuverlässige Analyse sowie darauf aufbauende Empfehlungen?

In dem Youtube-Video „Die Zukunft des E-Learnings“ wird kreativ dargestellt, wie mit Hilfe eines Facebook ähnlichen Uni-Profils das Studentenleben vereinfacht werden könnte. Alle Vorlesungen sind online auf PC und Handy verfügbar, Prüfungen werden durch den eigenen Fingerabdruck per Handy angemeldet und Hausaufgaben können unkompliziert mit anderen Studenten zusammen gelöst werden. Wie man zwischendurch sehen kann, werden diese Hausaufgaben auch beim Professor eingereicht. Eventuell sogar bewertet. Aber gerade da sehe ich ein großes Problem des „nicht-mehr-anwesend-sein-Müssens“. Eine Prüfungsleistung sollte ja vor allem die eigene Leistung widerspiegeln. Gerade bei sowas wie Mathe oder Faktenfragen kann aber leicht kopiert werden. Sollte die Endprüfung also auch über diese Plattform erfolgen und jeder könnte das von einem beliebigen Ort aus tun dürfen, wäre es im Normalfall ein leichtes, sich entweder nebenbei per Chat abzusprechen, nach zu googeln, oder sich einfach mit mehreren Laptops in einen Raum zu setzen und sich abzusprechen.

Im Idealfall sollte eine Bewertung schon aus einem Zusammenspiel von Eigen- und Gruppenleistung erfolgen. Eine Möglichkeit wäre, dass Aufgaben wie Zwischentest oder auch Onlineklausuren eventuell in einem Raum geschrieben werden müssten, der mit einer Webcam vollkommen erfasst werden kann, sodass während einer Leistungsprüfung kein Helfer im Raum sitzen könnte. Um Googeln oder die Zuhilfenahme von anderen Dokumenten zu unterbinden müsste der Bildschirm entweder ebenso ab gefilmt werden oder während der Prüfung dürfte nur das Fenster mit dem Test funktionsfähig sein. Die restlichen Funktionen würden quasi für die Zeit des Testes einfrieren. Alle anderen Aufgaben und Prüfungsleistungen dürften ja entweder sowieso in Gruppenarbeit gelöst werden oder würden durch einen Plagiatsscanner geschickt werden, sodass auch hier ein schummeln ausgeschlossen werden kann.

Quellen:

Schaffert, S., Hornung-Prähauser, V., Hilzensauer, W., & Wieden-Bischof, D. (2007). E-portfolio-einsatz an hochschulen: Möglichkeiten und herausforderungen. Ne (x) t Generation Learning “: E-Assessment und E-Portfolio: halten sie, was sie versprechen, 75-90.

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E-Portfolio-Arbeit von der KiTa bis zur Seniorenakademie

Man lernt ja nie aus, wie man so schön sagt. In der zweiten Aufgabe des vierten Themenblocks des SOOC wurde gefragt, wie ein lebenslanges E-Portfolio aussehen würde. Als erstes würde es wohl verdammt lang werden. Es bräuchte sicher eine Menge Geduld und ein besonderes Interesse das von vorne bis hinten zu studieren. Es würde in der Krippe und Kindergarten anfangen, wo meine Erzieherinnen vielleicht meine Kritzeleien in ein Portal stellen und sie hinsichtlich meiner Farb- und Formauswahl interpretieren würden. Meine Sozialkompetenz und körperliche Entwicklung würde genauestens in genormten Zeitabständen dokumentiert werden und wenn nötig bekäme ich bei gewissen Defiziten professionelle Betreuung.

Das würde sich in der Schule fortsetzen. Hinzu kommt in diesem Stadium dann die eigene Reflexion des Erlernten. Wo steh ich? Wo will ich hin? Alle Projekte aus dem Unterricht und eventuell alle Teste und Klausuren würden in meinem Portfolio auftauchen. Das führt zu dem Problem des Zugangs zu dem Portfolio. Wer hat Zugang zu all diesen Daten? Die Lehrer und ich selber auf jeden Fall, aber wie sieht es mit den Schülern und später Studenten aus? Aus Datenschutztechnischen Gründen dürfen Noten im Grunde nicht allen zugänglich gemacht werden, aber wie sollen die Einträge dann bewertet werden? Sobald das Feedback der Lehrer nur für einen selbst sichtbar ist, stellt es für andere keinen Mehrwert mehr da. Es müsste demnach ein Kompromiss gefunden werden, dass z.B. Noten nicht öffentlich sichtbar sind, sondern allenfalls eine schriftliche Bewertung. Auch das ist datenschutztechnisch sehr grenzwertig.

Deutsche Post AG, Sonderbriefkmarke "lebenslanges Lernen", keine Beschränkungen des Copyrights

Deutsche Post AG, Sonderbriefkmarke „lebenslanges Lernen“, keine Beschränkungen des Copyrights

Im Studium schließlich würden auch meine Kommilitonen mir regelmäßig Feedback geben. Hier kann ich es mir vorstellen, dass der Einzelne selbst entscheidet, welche seiner Einträge für welche Personengruppe zugänglich ist. Die Vernetzung würde mit großer Wahrscheinlichkeit über das Internet erfolgen. Dieses macht es auch möglich, dass Professoren aus anderen Ländern Vorlesungen halten und die Fortschritte ihrer Studenten überwachen können. Per Kommentarfunktion wäre ein reger Austausch zwischen Studenten und Professoren möglich. Wahrscheinlich würde es wie im SOOC eine Art Blogreader geben, der einen nach Wunsch über neue Einträge oder Kommentare benachrichtigt, sodass man auch nichts verpassen kann. Natürlich gäbe es auch eine entsprechende App, damit unterwegs in der Bahn oder im Wartezimmer neue Nachrichten gelesen, aber auch neu verfasst werden könnten. Das bisher gesammelte Portfolio könnte dann dem Arbeitgeber nach der Ausbildung zur Verfügung gestellt werden. So könnte man seine Kompetenzen darstellen und sie mit besonders gut gelungenen Einträgen belegen, sodass geeignete Bewerber noch effektiver ausgesucht werden könnten. Während der dann folgenden Berufstätigkeit würden Weiterbildungen sowie besondere berufliche Erfolge und Niederlagen in das Portfolio gestellt und vom Arbeitsgeber und Arbeitskollegen kommentiert werden. Wichtige Geschäftsabschlüsse oder Präsentationen im Ausland könnten mit der Webcam des eigenen Laptops dokumentiert werden und bei der Karriere- und Gehaltsentwicklung eine Rolle spielen. Da der Zugriff auf das Portfolio mit Passwörtern geschützt ist und über das Internet zugänglich ist, kann überall von allen Geräten drauf zugegriffen werden. Den Arbeitskollegen in China können Beispielsweise während einer Geschäftsreise die neusten Erkenntnisse und die zugehörigen Meinungen der Chefetage auf dem Smartphone gezeigt und weiterversendet werden.

Nach dem Ruhestand könnten dann eventuell endlich die Fähigkeiten, die bisher auf der Stecke geblieben sind und für nicht wichtig in der Berufswelt eingeschätzt wurden, fördern. Zum Beispiel in Schauspiel oder Malerei. Hier würde der Austausch mit anderen Rentnern aus dem Malkurs neue Bekanntschaften ermöglichen und vor einer drohenden Isolierung schützen. Am Ende könnte das Portfolio sogar vererbt werden, um der Jugend besondere Erkenntnisse zu vermitteln, ohne dass diese selbst den langen Weg der Erleuchtung gehen oder eventuell selbst schlechte Erfahrungen machen müssen.

Am Ende kann ich für mich persönlich sagen, dass ich mich bei dem Gedanken an ein lebenslanges Portfolio überhaupt nicht wohl fühle. Für eine Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit oder meinetwegen auch die gesamte Studienzeit mag das ganze ja noch Sinn mache, um mir selber und anderen meine Wissenserweiterungen nachvollziehbar zu machen, aber wenn dann z.B. die Vorschuljahre einbezogen werden hört mein Verständnis auf. Der Druck seitens der Eltern würde enorm ansteigen, wenn sie wissen würden, dass die frühkindliche Entwicklung bereits die späteren Berufschancen beeinflussen könnte und wer entscheidet, welche Daten für wen zugänglich sind, bis die Person 18 Jahre alt ist? Die Eltern? Auch das birgt eine Menge Konfliktpotenzial und einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Denn was einmal veröffentlicht wurde, ist aus dem Internet nicht mehr vollständig entfernbar. Auch die Masse an Daten, die über eine Person produziert wird ist bedenklich. Sobald diese in die falschen Hände gelangen können sie in die Intimsphäre des Einzelnen stark eingreifen.

Was wissen Mrs. Facebook und Mr. Google über mich?

Durch den Abhörskandal und die NSA-Affäre wurde man im vergangenen Jahr bezüglich der Themen Datensicherheit und Vorratsdatenspeicherung genügend sensibilisiert. Zu erfahren was die beiden Internetgiganten Google und Facebook so alles über mich wissen, hat mich aus diesem Grund sehr interessiert. Ich behaupte von mir sehr vorsichtig im Netz unterwegs zu sein. Ich poste nicht sonderlich viel und dachte eigentlich, dass nicht allzu viele Informationen über mich bekannt sein dürften.

Überrascht hat es mich dann schon, dass Google mein Geschlecht und sogar mein Alter richtig einschätzt. Eher amüsiert haben mich aber meine angeblichen Interessen. Mit Essen und Trinken, Kosmetikartikeln und Sozialen Netzwerken gehe ich ja noch mit. Neu dagegen ist mir, dass mich Ego-Shooter, Ostasiatische/Rap-Musik und das Bankwesen interessieren sollen.

Sieht man sich bei Facebook die Themen an, die bei Werbeanzeigen angeblich bei mir auftauchen sollen, erscheinen hauptsächlich Künstler, Filme und Bücher, die ich mal geliked habe. Da ich einen Ad-Blocker benutze, kann ich nicht sagen, wie genau die Verteilung der Werbung bei mir aussieht. Die einzige Überraschung ist hier, dass sich eine Hauptfigur aus einer mir unbekannten Anime-Serie in der Liste findet.     

Auch beim Wolfram Alpha Facebook Report kam jetzt weniger Überraschendes heraus. Das meiste sind statistische Auswertungen von Fakten aus meinem Facebookprofil. Ganz interessant zu sehen, war das Netzwerk, welches aus meinen Freunden gebildet wurde, da man so die verschiedenen Freundeskreise und deren Verbindungen untereinander erkennen konnte.

Natürlich sind noch ein paar falsche Informationen über mich zu finden. Führt man allerdings die Informationen, die Google und Facebook über mich haben, zusammen, lässt sich schon ein recht genaues Bild von mir machen. Aus den vielen kleinen Puzzlestücken kann man das Gesamtbild auf jeden Fall erahnen und das macht schon nachdenklich.

Open KnowledgeWorker

Vor ein paar Wochen hielt Jenny Weber von Chemmedia eine Live-Session zu der Lernplattform „Open KnowledgeWorker“. Mit Hilfe diese Plattform können Lerninhalte erstellt, verteilt und archiviert werden. Zugänglich ist sie für jeden. Die einzelnen Inhalte sind CC-lizensiert und können bei entsprechender Lizenz  von jedem bearbeitet werden. Open KnowledgeWorker spricht all diejenigen an, die Wissen vermitteln und auf das Wissen anderer nutzen wollen. Das können Professoren, Studenten, Lehrer, Schüler, aber auch Unternehmen und Privatpersonen sein.

Die Idee an sich finde ich wundervoll. Natürlich wäre es besonders für Lehrende eine riesen Inspiration und Arbeitserleichterung, wenn genügend Daten vorhanden wären um qualitativ hochwertige Unterlagen erstellen zu können. Ich muss bald in einem Seminar mit zwei Kommilitonen eine ganze Unterrichtseinheit  vorbereiten und vorstellen und bin daher auf der Suche nach Möglichkeiten alles ein bisschen frischer und moderner zu gestalten. Da kam der Vortrag von Frau Weber gerade recht und ich versuchte mir mit ihrer Hilfe die Inhalte der Seite zu erschließen und einen eigenen Kurs anzulegen.

Die Startseite, wo man dazu aufgerufen wird, sich einzuloggen sieht sehr professionell aus und auch die gezeigten Bespiele wecken Interesse an den Inhalten. Nach dem Einloggen irritiert es mich dann schon, dass sowohl die Einleitungsseite, als auch die voreingestellte Menüsprache in Englisch konzipiert sind. Das wirkt natürlich gleich internationaler, aber für den Anfang, wo sicherlich hauptsächlich Deutschland beworben wird, finde ich das noch nicht ganz passend um überhaupt erst mal Content zu produzieren. Unter „Kurse“ findet sich noch nicht viel, was in der Eröffnungsphase verständlich ist, aber ich hätte mir schon gewünscht, dass sich die Kurse mit einem einfachen Klick auf den Kursnamen öffnen lassen.

Will man einen neuen Kurs erstellen wird es für mich noch unübersichtlicher. Die Idee mit den einzelnen Kapiteln/Lernzielen kann ich zwar nachvollziehen, nur leider ist die Handhabung absolut nicht intuitiv. Auf den ersten Blick ist nicht ersichtlich warum ich bei der Erstellung eines neues Kurses Lernziele hinzufügen muss. Die Struktur wurde in dem Vortrag zwar gut erklärt dennoch denke ich nicht, dass ich ohne diesen den Sinn der einzelnen Aktionen verstanden hätte. Auch gefällt mir die gewählte Baumstruktur nicht. Ich denke, dass sich die einzelnen Gliederungspunkte anders übersichtlicher und moderner darstellen ließen.  Unter dem Gliederungspunkt  ‚Lernziele‘ erscheint ein Wust aus Unterrichtsfächern, unbekannten Namen usw. Hier sollte mit Hilfe von Bespielen eindeutig klar gemacht werden, was überhaupt unter diesen Punkt gehört. Entweder man findet hier die unterschiedlichen Fächer und deren Ausprägungen (was mir am sinnvollsten erscheint) oder die einzelnen Autoren.

Ich denke, dass sobald die Benutzerfreundlichkeit ansteigt, das Konzept sicher erfolgreich sein wird. Bis dahin werde ich aber für die Gestaltung von Lehrinhalten aber noch auf andere Seiten wie Prezi oder LearningApps zurückgreifen und meine Inhalte selber erstellen müssen.  

Google+ und der Klarnamen

Das Lesen Des Blogposts „und auf einmal darf ich nicht mehr mitspielen: Google+ sperrt meinen Account #fail“ von Anja Lorenz hat mich ehrlich gesagt schon sehr zum schmunzeln gebracht. Dabei ist es wahrscheinlich alles andere als lustig, sollte man selbst davon betroffen sein. Google+ entschied beim Profil von Anja Lorenz, dass ihr Name nicht den Namensrichtlinien entspricht und sperrte es somit vollständig. Ungläubig, wie ein so grober Schnitzer, einem so großem Unternehmen unterlaufen kann, lese ich, dass sogar nachdem mit Hilfe von Links auf andere Profile bewiesen wurde, dass ihr Name Freunden und Familie in dieser Form bekannt ist, Google+ nicht einlenkt hat. Erst der Scan eines Personalausweises bringt die ersehnte Freischaltung.

Gerade bei Facebook habe ich viele Freunde in meiner Freundesliste, welche ihre Namen durch Umdichtungen oder Weglassungen teils bis zur Unkenntlichkeit entstellt haben. Warum ist Facebook in Sachen Klarnamensnennung scheinbar toleranter als Google+? In der Wiener Zeitung (2013) erhalte ich einen Hinweis darauf, dass gerade Google sehr auf reale Namen achtet und versucht seine Nutzer dazu anzuregen ihre Zugänge zu schon bestehenden Diensten, wie Youtube, Gmail oder Gdrive über einen einziges Konto laufen zu lassen.

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Google+ by Mausxwebmaster (CC-BY)

 

Ein bekannter Berater Googles, Vint Cerf, hält Klarnamen im Internet zwar für nützlich warnt aber gleichzeitig davor Nutzer sozialer Netzwerke zur Preisgabe ihres realen Namens zu zwingen. Spitznamen können bei Google+ zwar angegeben werden, aber angezeigt werden sie dann neben dem bürgerlichen Namen. Ungewöhnliche Namen sind nur möglich, wenn es eine bedeutende Anzahl von Followern gibt, die das Pseudonym kennen (Horizont, 2012).

Cerf warnt auch davor, dass in einigen Ländern verschärft Zensur im Web auftritt und die Verwendung von Klarnamen dazu genutzt wird politische Diskurse zu kontrollieren. In China zum Beispiel müssen sich Internetnutzer mit ihrem Klarnamen registrieren. Anonyme  Kommentare und Beschwerden sind so nicht mehr möglich. Alles natürlich nur um die nationale Sicherheit zu gewährleisten und persönliche Daten besser schützen zu können (Mitteldeutsche Zeitung, 2012).

So weit ist es in Deutschland natürlich noch nicht. Aber wenn schon ein so eindeutiger Klarname, wie der von Anja verdächtigt wird nicht der echte zu sein, wie sehen dann die Konsequenzen bei nicht eindeutigen Namen oder Pseudonymen aus? Wie schwierig wird es da sein Google+ zu überzeugen? Mal ganz abgesehen davon, was der Einzelne davon hat, dass seine Profile mit seinem wirklichen Namen verbunden sind. Bis auf ein einfacheres Auffinden im Web fällt mir da nichts ein. Aber will man denn immer so leicht von allen gefunden werden. Klappt es nicht bei Facebook bestens auch mit nicht eindeutigem Namen wirkliche Freunde und Bekannte um sich zu scharen? Die Vorteile für Google+ dagegen liegen auf der Hand. Personalisierte Werbung ist so natürlich um einiges leichter und spült noch mehr Geld in die Kassen.

Draußen weht es…

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draußen 2

Das zweite Thema des … ist für mich besonders spannend, da ich schon für verschiedenste Projekte desöfteren vor der Frage stand, welche Bilder ich aus dem Internet, unter welchen Bedingungen verwenden darf. Die Creative Commons waren mir auf manchen Seiten wie Flickr schon nebenbei begegnet, aber über die Ausmaße der Verbreitung war ich mir vorher bei weitem nicht im Klaren gewesen.

Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit- Organisation und bietet sechs vorgefertigte Lizenzverträge an, mit denen ein Autor der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an seinem Werk einräumen kann. Dabei kommen zu den sowieso geltenden Urhebergesetzen zusätzliche Freiheiten hinzu. So wird die Namensnennung durch das Kürzel CC(BY) gefordert. Dieses kann mit der Forderung nach Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC (BY-SA) und der Forderung nach keiner weiteren Bearbeitung CC(BY-ND) ausgebaut werden. Diese Lizenztypen sind dann nochmal um das NC-Modul erweiterbar, welches eine kommerzielle Nutzung untersagt (Creative Commons.de, ¶1-4). Diese Lizenztypen können ganz einfach auf der Internetseite der Creative Commons ausgewählt werden und sind  dann auch von den verschiedenen Browsern und Suchmaschinen erkennbar. Es können sowohl Texte, Bilder, Musikstücke als auch Videoclips mit diesen Nutzungsrechten belegt werden. Das Teilen von Inhalten wurde somit massiv erleichtert, da es vorher nur möglich war, sich alle Rechte vorzubehalten oder komplett frei zu geben. Mit diesem System muss derjenige, der einen Inhalt veröffentlichen, vervielfältigen oder aufführen will ,nicht mehr die persönliche Zustimmung des Inhabers einholen, was in den Weiten des anonymen Internets schwierig zu realisieren wäre (Ulbricht, 2012, S.29).

Die Frage, die mich nach der Lektüre der Beiträge zu den Creative Commons noch beschäftigt hat, ist die, was jetzt alles unter einer ‚kommerziellen Nutzung‘ verstanden wird. Ist die Veröffentlichung auf einem Blog schon kommerziell? Was ist wenn ich in einem halben Jahr anfange den Blog mit Werbung zu finanzieren? Wie ich dann in der Präsentation von Anja Lorenz  (http://de.slideshare.net/anjalorenz/crash-coursecc) lese, scheint dieses Thema sehr strittig zu sein und gehört zu den Fallstricken bei den NCs.

Google ich die Frage, ob Blogs im Allgemeinen kommerziell sind, kann ich erkennen, dass sich schon viele mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Auf dem KMU-Marketing-Blog ist zu lesen, dass ein nicht-kommerzieller Blog kein Recht auf Werbung hat. Also sobald ich mit meinem Blog Werbung mache werde ich kommerziell und dann ist die Art des einzelnen Beitrages nach Auskunft von Pixelio.de noch entscheidendRedaktionelle Inhalte müssen deutlich von werblichen/kommerziellen Inhalten getrennt sein, was nicht immer der Fall ist. Auch gibt es Blogs, die letzten Endes eine verkaufsunterstützende Maßnahme darstellen, um z.B. darüber indirekt/direkt auf ein kommerzielles Angebot/Online-Shop/Dienstleistung zu verweisen. In diesem Fall sollte man, Bilder mit einer kommerziellen Freigabe zu verwenden.

Auf dem Blog Sugar Ray Banister stoße ich auf den sehr informativen Artikel ‚Freies Wissen Dank Creative-Commons-Lizenzen‘. Kommerziell wird hier folgender Maßen definiert: „Jede Verwendung, die vorrangig auf einen geschäftlichen Vorteil oder eine Geldwerte Vergütung gerichtet ist. Bilder und Texte, die auf Firmenwebseiten oder in gedruckten Bücher veröffentlich werden, zählen demnach ganz klar zur kommerziellen Nutzung. Bei privaten Blogs ist die Bestimmung schwieriger. Es gibt Meinungen, dass Blogs, die mit ihren Einnahmen aus der Werbung nur ihre Kosten für das Hosting decken als nicht-kommerziell einzustufen sind. Allerdings ist es schwer abzugrenzen, ab wann die Werbeeinnahmen die Betriebskostenübersteigen. Aus diesem Grund wird auch hier abgeraten, die Inhalte zu übernehmen, wenn das NC-Modul mit in der Lizenz steht (Klimpel, 2012, S. 11). Da ich vorerst nicht vorhabe auf diesem Blog Werbung zu schalten, habe ich dennoch Bilder in meiner Bildgeschichte benutzt, die nicht kommerziell genutzt werden dürften. Sollte sich das irgendwann ändern, muss der Blogeintrag wohl nochmal verändert werden.

Interessanter Weise wird in diesem Artikel auch darauf hingewiesen, dass gerade Open-Source-Projekte wie unser MOOC oder auch Wikipedia unter verschärfter Beobachtung stehen, was das Urheberrecht angeht. Das führt dazu, dass gerade hier das NC-Modul vermieden wird, obwohl gerade bei diesen Projekten das offene Wissen und dessen freier Zugang im Fokus steht (Klimpel, 2012, S.16).

 

Quellen:

Ulbricht, C. (2012). Social Media und Recht-Praxiswissen für Unternehmen. Freiburg, München: Haufe Gruppe.

Klimpel, P. (2012). Freies Wissen Dank Creative-Commons-Lizenzen-Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung „nicht-kommerziell-NC“. Verfügbar unter: http://irights.info/userfiles/CC-NC_Leitfaden_web.pdf [28.11.2013].

Creative Commons.de (kein Jahr). Was ist CC? Verfügbar unter: http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/ [28.12.2013].

Bild 1: Winter Art – Art d’hiver  by Nicole (CC-BY-NC-SA)

Bild 2: Winterlandschaft  by Majo (CC-BY-NC-ND)

Bild 3: File:Mouse tracks in snow.jpg  by Jomegat (CC-BY-NC)

Bild 4: File:Knecht Ruprecht und das Christkind.jpg  by Cervus hu (keine rechtlichen Copyright-Bestimmungen)

Bild 5: File:Hemp-sack,asabukuro,japan.JPG  by Katorisi (CC-BY-SA)

Bild 6: Datei:Red Apple.jpg by Killiondude (CC-BY)

Bild 7: Full Pink Roses  by laylaflower (CC-BY-SA)

Bild 8: Pfefferkuchen, old german gingerbread with rye flour and honey  by (CC-BY-NC-ND)

Bild 9: File:Crying-girl.jpg by Evan-Amos (CC-BY-SA)

Bild 10: File:Rollingpin.jpg by Peter Kammer (CC-BY-SA)

persönliche Lernumgebung

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persönliche Lernumgebung

Im Rahmen des ersten Themenblockes: Lernen und Lehren 2.0: (Lern-)Theorien und Gestaltungsansätze wurde uns die Aufgabe gestellt, unsere persönliche Lernumgebung zu analysieren und darzustellen. Da hat sich dann doch mehr als vorher erwartet um mein kleines Männchen gesammelt.^^